Hund auf Probe – Tag 1

Seit ich denken kann empfinde ich eine große Faszination für Hunde, Pferde, und fast alle anderen Tiere und da ich seit dem Beginn meines Studiums keinen eigenen Hund halten konnte, vermisse ich die lieben Vierbeiner extrem. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke, wie schön es wäre, nun mit dem Hund zu spazieren, ihm den gefüllten Futternapf hinzustellen, ihn zu streicheln, … Dabei ist es bei mir vor allem so, dass ich das Kümmern mit allem Drum und Dran am tollsten finde.

Nun lag ich Lisa, einer Freundin von mir mit meiner Sehnsucht nach einem Hund so sehr in den Ohren, dass sie prompt ihre Eltern gefragt hat, ob ich deren Hund, die Ruby, mal ausleihen darf. Die haben gesagt, Ruby fände eine Woche Stadt-Urlaub bestimmt gut und liehen sie mir sogleich aus.

Gestern konnte ich Ruby abholen. Wir waren gleich 2 Mal in ihrem Dorf spazieren, dann auf dem Rückweg noch einmal von der S-Bahn zu mir nach Hause und ein viertes Mal vorm Schlafengehen.

Heute fing dann der erste ‘richtige’ Tag bei mir zu Hause an. Vor lauter Aufregung bin ich extra früh aufgestanden und gleich nach dem Duschen mit Ruby in den Park bei uns gegenüber. Gassigehen und Spielen war angesagt und der Tag startete für uns beide voller Begeisterung! Aber beim Duschen schon überlegte ich, wie ich es organisieren könnte, dass Ruby nicht zu lange allein zu Hause bleiben muss. Mein erster Termin war eine Sprechstunde an der Uni. Nach langem Hin und Her, beschloss ich, Ruby mitzunehmen. Den Weg zur Uni bestritten wir beide mit einem weiterem langen Spaziergang. Dieser war schon nicht mehr so entspannt, es nieselte, ich hatte es ein wenig eilig und ich wusste immer noch nicht, ob Ruby überhaupt mit in die Uni darf. Dort angekommen fragte ich den Pförtner und er erlaubte es, wenn ich sie durch’s Foyer auf dem Arm tragen würde. Puh – Glück gehabt, der Hund muss also nicht eine halbe bis eine Stunde angeleint draußen warten. Der Dozent fand es auch in Ordnung, dass ich einen Hund dabei hatte, also alles gut soweit.

Unsere nächste Anlaufstation war meine Arbeit. Ich habe das große Glück, dass ich Ruby mit zur Arbeit nehmen darf. In unseren Büros sind fast alle hundebegeistert und freuten sich sehr, als ich mit der Ruby reinspazierte. Sie war aber relativ aufgedreht, musste alles erkunden und jeden einmal kurz begrüßen. Die Mülleimer waren auch überaus interessant für sie. Es dauerte einen Moment, bis ich Ruby davon überzeugen konnte, sich ruhig auf ihren Platz zu legen. Dann war da noch das Problem mit ihrem Quietsche-Spielzeug… Das musste ich ihr schnell wieder wegnehmen.

Eigentlich ist Ruby sehr pflegeleicht, ruhig und gut erzogen, man kann sie perfekt überall mit hin nehmen. Trotzdem ist es nicht leicht mit einem Hund durch den Alltag zu laufen. Denn da ist ein anderes Lebewesen mit Bedürfnissen und dafür muss man mitdenken und planen. Hunde sind von uns Menschen abhängig, vor allem in der Großstadt. Und das birgt eine große Verantwortung.

Wenn ich mit einem Hund lebe, dann muss ich darüber nachdenken …
… welche Bedürfnisse er hat, wie ich diese bestmöglich erfüllen kann und wie ich ihn verantwortungsvoll erziehe
… welche Bedürfnisse die Menschen in meiner Umgebung haben, mögen sie Hunde, haben sie vielleicht Angst oder eine Allergie
… welche Bedürfnisse ich habe und ob ich damit leben kann, mich für meinen Hund einzuschränken

Mein Resümee zum heutigen Tag in Form einer Checkliste:

  • früh aufstehen – Tag mit Hund planen
  • vor der Arbeit der erste Spaziergang im Weiherpark – frische Luft, frischer Start in den Tag
  • freudiges Spielen auf der Wiese – dabei beobachten, wie sich nicht nur Ruby über das Spielen freut, sondern fast alle, die uns dabei zuschauen
  • alle Hundebesitzer grüßen – Hundeleute kennen sich
  • mit Hund, Sack und Pack zur Uni spazieren – der Weg ist zu Fuß echt machbar
  • Hund in die Uni tragen – Pförtner ist so nett und gibt mir die Erlaubnis
  • per S-Bahn zur Arbeit – Ruby ist routiniert, alles easy
  • im Büro – fast alle stehen von ihren Plätzen auf um Ruby zu begrüßen
  • Quietsche-Entchen Problem – beseitigt durch Wegnehmen
  • auf dem nach Hause Weg einen weiteren ausführlichen Spaziergang – ab Sternschanze bis nach Hause, auch ein machbarer Fußweg
  • zu Hause angekommen – Hund die Beine abspülen/-trocknen
  • Ruby chillt – ich blogge und schreibe an meiner Hausarbeit
  • meine Frisur wurde von 2 verschiedenen Leuten mit dem Aussehen des Hundes verglichen – check!

Ruby macht mir das Leben nicht gerade leichter aber ist eine große Bereicherung für meinen Alltag :)

Gib mir Vitamin D

Endlich wieder strahlend blauer Himmel, endlich wieder Glücksgefühle, chemisch ausgedrückt: endlich wieder Vitamin D! Grad lief ich so über den Campus und beschloss die Lernpause draußen zu verbringen mit Sonne, frischer Luft und meinem Coffee to go. Toll war’s! Ich freue mich auf den Sommer! Und da fällt mir auch schon wieder ein, dass es wirklich eine Überlegung wert wäre, umzuziehen. In den Süden müsste es für mich gehen. Mit warmen Wetter, warmherzigen Menschen, Siesta, … ach ja. Aber Hamburg ist ja auch schön – eine riesige Verbesserung zu Bielefeld auf jeden Fall – viel Wasser, viel Grün, viel Altstadt, … Hier gefällt es mir eigentlich schon sehr gut – jetzt nur noch mehr Sonne!